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Sonne, Strand und Party-Schweden`05

Ein Erlebnisbericht von Katja Schelzke

 

1. Auf in den schönen Norden! - Die Anreise

So oder so ähnlich könnte das Motto der diesjährigen- meiner ersten- Fahrt in das kleine Dorf Hornsö im Süden Schwedens lauten.

Am 7.7. hieß es für unsere 28 teilnehmenden Kinder und Jugendlichen, davon wie wohl jedes Jahr 10 Behinderte und 18 Nichtbehinderte, im Alter von 10 bis 17 Jahren sowie für uns 12 Betreuer plus Koch: "Auf auf in den schönen Norden!".

Mit gemischten Gefühlen stieg ich in den Bus ein. Einerseits habe ich mich auf die Fahrt gefreut, wir fingen ja schon sehr zeitig mit der Vorbereitung an und so wurde es dann auch Zeit, dass es los geht, aber andererseits wusste ich auch nicht, was mich konkret erwartet, 18 Tage sind auch eine ganz schön lange Zeit in der so einiges geschehen kann. Durch die lange und intensive Vorbereitung habe ich mich aber auch gut gewappnet gefühlt, wie beispielsweise durch das Erlebnispädagogikseminar in Lychen oder dem Konfliktseminar. Aber auch die anderen Vortreffen haben ihr übriges getan und dafür gesorgt, dass sich ein Team gebildet hat, in dem ich mich wohl fühlte. Sicherheit gab mir auch, dass Kollegen mitgefahren sind, die schon Erfahrung mit solchen Reisen hatten. Ebenso fand ich es auf der anderen Seite gut nicht die einzige zu sein, die das erste Mal nach Schweden mit fuhr.

Als wir dann nach langer Reise mitten in der Nacht- denn eine Schnellfähre gibt es nicht mehr- ankamen, wurden wir mit leuchtenden Fackeln, die uns den Weg durch die Dunkelheit wiesen, herzlichst von den Vorfahrern begrüßt. Es ging dann, da alle ziemlich geschafft waren, ziemlich schnell in die Gemeinschaftszelte zum Schlafen.

Am ersten richtigen Tag wurden dann die eigentlichen Zelte, natürlich zusammen mit den Kindern, im strahlenden Sonnenschein aufgebaut, dann haben sich die TeilnehmerInnen noch häuslich eingerichtet. Jede Gruppe hatte ihr eigenes Zelt. Die Zeltgruppen wurden nach den Wünschen der Kinder und integrativ zusammengestellt.

2. Baden, Feiern, Wandern

Nach getaner Arbeit ging es dann zum Abkühlen in den schönen Waldsee. Ich war sehr beeindruckt von der Natur und der Stille (abgesehen von den Kindern und Jugendlichen).

Es gab natürlich auch in diesem Jahr besondere Highlights. Auf Grund des endlos schönen Wetters (zumindest bis zum Bergfest) hat sich in der ersten Hälfte der Fahrt sehr viel am See abgespielt. So wurde z.B. kurzerhand umdisponiert und geplante Aktivitäten dort angeboten. Aber auch das feuchtfröhliche Neptunfest, spontane Wasserschlachten oder der Wasserkampf zwischen Walther Kampfzahn und den Kindern sorgten für erfrischenden Spaß.

Schon nach kurzer Zeit wurde uns allen klar: wir sind im kleinem Hornsö mit einem Partyvolk! Also war es nahezu unumgänglich, dass viele viele Discos stattfanden- von den TeilnehmerInnen selbst organisiert, geplant und durchgeführt, immer mit der nötigen Unterstützung von den Betreuern. Als besonders gelungen empfand ich unsere Promiparty, mit dabei viele Stars und Sternchen, Bodyguards und Fotografen, die alle samt über den roten Teppich liefen. Warum ich diese Party so gut fand? Weil sich an der Veranstaltung alle beteiligt und zusammen etwas vollbracht haben.

Andere Aktivitäten wie Klettern, Beeren sammeln und Wandern brachte den TeilnemerInnen die Natur näher und Basics wie Lagerfeuer und Stockbrot sowie Gruppenspiele gab es natürlich auch. Und immer hatten die Teilnehmer „die Qual der Wahl" und konnten sich aussuchen bei welcher Aktivität sie mitmachen wollten oder eben auch nicht.

Nicht alles spielte sich in Hornsö ab. So wurden Wanderungen in die nächsten Orte oder zu den Stromschnellen aber auch größere Ausflüge wie nach Öland oder zum Haiken (dann auch mal in Kleingruppen) gemacht. Zum Stadtausflug in die nächst größere Stadt Kalmar kamen dann aber wieder alle mit, um nach soviel gesunder Landluft auch mal wieder etwas Stadtluft zu schnuppern.

3. Putzen, Kochen, Einkaufen

Nicht nur bei den Vergnügen wurden die Kinder und Jugendlichen miteinbezogen, denn unsere Konzept hieß Eigenverantwortlichkeit, Mitbestimmung und Selbstbestimmung. Deshalb wurden sie auch beim Kochen und Putzen miteinbezogen und haben somit auch Verantwortung für die Gruppe mitgetragen, denn z.B. hing es mit von ihnen ab, ob die Gruppe etwas zum Essen auf dem Tisch stehen hat. Die TeilnehmerInnen haben sich selbstständig in Listen eingetragen und gemeinsam, mit Hilfe der Betreuer, gearbeitet. Aber auch die Arbeit wurde zum Spaß gemacht, da wir beispielsweise beim Abwaschen laut Musik gehört und dabei getanzt haben. Das Sternekochen sowie die Möglichkeit mit zum Einkaufen zu fahren, sorgten ebenfalls für einen Motivationsschub.

Insgesamt fand ich es besonders schön, dass die Integration wirklich funktioniert hat und dass man im Laufe der Zeit bemerken konnte, dass die TeilnehmerInnen immer mehr Berührungsängste abgebaut haben. Es war einfach ganz normal, dass jeder überall mitmachen konnte, auch wenn es dann eben nicht perfekt, aber immer entsprechend den Fähigkeiten ablief.

Ich empfand die Schwedenfahrt als sehr gelungen, auch wenn es schon anstrengend war. Für mich war es ein schöner Abschluss für mein Freiwilliges Soziales Jahr.

 

Wie die Kinder und Jugendlichen es in Schweden fanden könnt ihr hier nachlesen



Autor: Kai -- 10.8.2006 15:37:32



Kommentar zu Sonne, Stand und Party - Schweden '05

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Kommentar von kcmiauxz am 23.7.2010 0:44:43


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